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Selbst wenn du jetzt schmunzelst oder den Kopf schüttelst, es stimmt dennoch: Alles Leben ist Chemie.
Während du diesen Text liest, registriert dein Gehirn ein Muster von hellen und dunklen Stellen. Das kann es deswegen, weil durch die Wirkung des Lichts in den Zapfen deiner Netzhaut ein Farbstoff mit dem Namen 11-cis-Retinal in all-trans-Retinal umgewandelt wird. Dabei wird eine Bindung zwischen zwei Atomen gelöst und nach Verdrehen eines Molekülteils neu geknüpft. Eine Stoffumwandlung - eine chemische Reaktion - hat stattgefunden.
Wenn du deine Hand bewegst, sind Muskeln am Werk, die für das Ausführen der Bewegung Energie benötigen. Diese Energie wird von einem Molekül ATP geliefert, das bei der Abgabe seiner Energie selber zu ADP umgewandelt wird. Andererseits entsteht neues ATP durch den Abbau unserer Nahrung. Selbst wenn wir (scheinbar) nichts tun, bilden und verbrauchen wir etwa 40 kg ATP täglich, bei intensiver Arbeit kann der ATP-Bedarf auf ein halbes Kilo pro Minute ansteigen.
Neurotransmitter bewerkstelligen die Signalübertragung zwischen Nervenzellen. Vorgänge im Gehirn, Denken und Fühlen gehen letztlich auf chemische Reaktionen zurück. Von einem extremen Standpunkt aus könnte man sagen, unser Körper ist ein hochkomplexer, stark kompartimentierter chemischer Reaktor. Oder einfacher ausgedrückt: