Der ORG-Klassenabend 2007 --- "Relax"
Auch auf der Künstlerseite war man hitzig; ausstaffiert mit all den roten Schleifchen war man gerüstet für den Polarfrost, aber nicht für solch durchaus erfreuliche Wärme. Überraschenderweise kann man sagen, dass wirklich nur die übermäßige Gewandung und nicht die Nerven an Backstage -Schweißausbrüchen schuld waren: Es wuselte zwar noch immer erheblich hinter den Kulissen, doch war die Nervosität auf einen äußerst erträglichen Level gesunken – was natürlich den „Coolness-Faktor“ der Performances enorm steigerte. Hatte letztes Jahr noch das große Flattern geherrscht angesichts der Massen von Zuschauern, würdigte man die Besucher dieses Jahr bestenfalls eines gelassenen Blickes, bevor man sich, ganz selbstsicher, dem Wesentlichen zuwandte – der Musik. Und die stand zweifelsohne ganz traditionell im Mittelpunkt; unbeschreiblich, wie sie war – auch wenn ihr das für die heftigsten Anstürme gerüstete Kuchenbuffet die Position als unumstrittener Herrscher dieses Abends streitig machen wollte. Viele neugierige Blicke wandten sich schon zu Beginn dem Zimmer am Ende des Ganges zu, das – ah, der Sage nach – unfassbare Köstlichkeiten bergen sollte… Es war allerdings erst in der Pause gestattet, sich ganz ohne Schuldgefühle und mit nur wenig Platzangst dem Buffet zu widmen. An dieser Stelle sei all den Wohltätern, die uns in den Genuss ihrer Kochkünste kommen ließen, ein Loblied gesungen – ein gefüttertes Publikum ist ein zufriedenes Publikum, und wer zufrieden ist, klatscht: Balsam auf der Künstlerseele. Mit derartig geöltem Selbstbewusstsein lässt sich das Jahr bis zum nächsten ORG-Abend beinahe unbeschadet überstehen – beinahe. Schon jetzt sorgt man sich, ob die Qualität des diesjährigen Konzerts überhaupt noch übertroffen werden kann. Eine berechtigte Sorge; wo doch einmalig schöne Ereignisse die Tendenz haben, sich nicht zu wiederholen. Doch wir wären nicht das ORG, wenn wir nicht dafür bekannt wären, das Unmögliche zumindest zeitweise möglich zu machen. Das Wunder wird wieder geschehen. Wir arbeiten schon daran. Theodora Bauer |
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