Virtual Conductor plays Haydn – Workshop und Jubiläumskonzert der Jeunesse anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens

„Virtual Conductor“ ist, wie man vermuten möchte, tatsächlich ein virtueller Dirigent. Eine als Computerspiel organisierte Komposition, die u.a. von den „Game-Pieces“ John Zorns inspiriert ist. In diesen „Game-Pieces“ gibt es Spielregeln zur Entwicklung einer Improvisation, die von einem Dirigenten an das gesamte Improvisatoren-Ensemble gegeben werden. Bei „Virtual Conductor“ übernimmt diese Aufgabe ein Computer. Jeder der Musiker spielt statt von einem Notenblatt von einem Bildschirm. Die Spielanweisungen werden je nach Abschnitt der Komposition in Echtzeit erstellt und ausgegeben. Für das Haydn-Jahr widmet sich „Virtual Conductor“ dem Schaffen des allgegenwärtigen Jubilars und zeigt, dass auch klassische Vorlagen große Inspirationsquellen für kollektive Improvisationen sein können. In Zusammenarbeit mit der Gruppe Wassergasse werden die Konzerte auch von live erstellten Visuals begleitet“ (aus der Begleitbroschüre zum Jubiläumsjahr der Jeunesse).

WORKSHOP am 22.10.2009, 10.30 Uhr im Landesmuseum

Bereits am Vormittag durften ausgewählte Schülerinnen der 8C Klasse und der 8. Klasse des Theresianums Eisenstadt hinter die Kulissen blicken und in einem Workshop im Landesmuseum Burgenland einen Einstieg in multimediale Improvisation wagen. Während die Schülerinnen und Schüler des Theresianums eine rein instrumentale Umsetzung des Konzepts versuchten, improvisierten unsere Schülerinnen vorwiegend vokal. So entstanden zwei klanglich völlig konträre Improvisationen zu ein und derselben Vorgabe: eine verspielte, lebhafte und eine ruhige Miniatur mit engen Klangschichtungen. Ich bedanke mich bei den Schülerinnen für den Mut, sich auf diese Art des Musizierens einzulassen und gratuliere zu Ihren Ergebnissen!

JUBILÄUMSKONZERT am 22.10.2009, 20.00 Uhr im Landesmuseum

Wer sich am Abend Haydns Musik in moderner kammermusikalischer Besetzung erwartete wurde herb enttäuscht: Die fünf Musiker (Wolfgang Hattinger (Klarinette), Daniel Riegler (Posaune, Elektronik), Maiken Beer (Violonchello), Clemens Wenger (Klavier) und Andreas Moser (Perkussion) zeigten ihre Kreativität und ihr hohes musikalisches Können. Sie forderten damit auch unsere Schülerinnen und Schüler heraus: moderne Sonaten, bizarre Tongemälde und bunte wie schräge musikalische Landschaften waren zu hören und zu sehen. Das gelungene Abendkonzert regte an (und auch auf;-)) und bot so eine Möglichkeit, Wege der Musik des 21. Jahrhunderts zu thematisieren und diskutieren.