Zeitzeugen am BG/BRG/BORG Eisenstadt
Am Freitag den 28 März war Herr Alfred
Ströer,
ein Zeitzeuge des Nationalsozialismus, zu Besuch an unserer Schule.
In der vierten und fünften Stunde versammelten sich die Klassen
7A und 7C mit ihren Geschichtsprofessoren Frau Professor Bankl
und Herrn Professor Wukits in der Bibliothek, um dem Zeitzeugen
unter der Moderation von Herrn Direktor Doktor Feymann und David
Lang, Mitglied des „Kritischen Bildungsverein“, auf welchen diese
Veranstaltung zurückzuführen ist, zuzuhören.
Anfangs erzählte Herr Ströer ein wenig über seine Person und
seinen Lebenslauf, vor allem im Bezug auf seine Erlebnisse um
den Anschluss bzw. die Annexion im März 1938. Anschließen wurden die Schüler
dazu aufgefordert Fragen zu stellen.
Alfred Ströer ist am 3. Dezember 1920 in Wien-Simmering geboren.
Nach einer Flugblattaktion gegen die Nazi-Besatzer im Februar
1939 wurde er verhaftet. Drei Jahre lang, also bis 1941, wurde er immer wieder
von der Gestapo verhaftet, freigelassen und wieder verhaftet. Ihm wurde frühere
Entlassung versprochen, wenn er Namen seiner anderen Kollegen nannte; doch
Herr Ströer blieb „hart“ und wurde schließlich wegen Vorbereitung zum Hochverrat
verurteilt und in Folge dessen wurde ihm die Wehrwürdigkeit aberkannt. Im
Dezember 1942 wurde er Soldat des Bewährungsbataillons/ „Strafdivison“ 999
und diente zuletzt auf der griechischen Insel Rhodos. 1946 kehrte er nach
englischer Kriegsgefangenschaft in Ägypten nach Wien zurück. Am 1. Jänner
1947 trat er in die Dienste des ÖGB. Er war Abgeordneter zum Nationalrat
und Mitglied des SPÖ-Parteivorstands. Derzeit ist er Vorsitzender des Bundes
Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus und geschäftsführender
Direktor der „Dr. Bruno-Kreisky-Stiftung zur Förderung der Menschenrechte“.
Die Veranstaltung war aufgrund der persönlichen Schilderungen
sehr interessant. Die Gelegenheit Fragen zu stellen wurde ebenfalls
wahrgenommen.
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