Naturschutzgruppe am BG/BRG/BORG Eisenstadt

Eine Gruppe, zwei Ziele:

  • Bearbeitung chemischer Grundlagen von Umweltfragen
  • Unterstützung von Tier- und Umweltschutzprojekten

 Umweltchemie

Ein Schwerpunkt im Schuljahr 2003/2004 ist die Wasseranalytik. Mit dem Aquamerck-Kompaktlabor für Wasseruntersuchungen der Firma Merck erstellen die SchülerInnen eine Analyse, die eine Bewertung der folgenden Parameter erlaubt:

Die Erfassung dieser Kenngrößen ergibt eine Momentaufnahme des Gewässerzustandes. Die Bedeutung der einzelnen Parameter werden im folgenden Text näher beleuchtet.

Der pH-Wert.

Er ist ein Maß für die Konzentration an Wasserstoffionen. Reines Wasser hat einen pH-Wert von 7. Ist der pH kleiner als 7, reagiert das Wasser sauer etwa durch Kohlenstoffdioxid, das sich aus der Luft gelöst hat und zu Kohlensäure reagiert hat. Hat sich dagegen Kalk aus dem Boden gelöst, steigt der ph über 7 an, das Wasser reagiert basisch. Im natürlichen Oberflächen- oder Grundwasser wird sich der ph-Wert nur wenig von 7 unterscheiden. Werden aber Abwässer aus Industriebetrieben eingeleitet, so kann sich der pH-Wert rasch und stark verschieben. Dies hat natürlich eine direkte Auswirkung auf alle Lebewesen, am deutlichsten sind davon die Fische betroffen.

Bei pH-Werten unter 5 und über 9 können Haut und Kiemen von Fischen zerstört werden, bei längerer Einwirkung tritt der Tod ein.

Ammonium und freier Ammoniak.

Ammoniumverbindungen und daraus entstehender freier Ammoniak sind gemeinsam mit Nitrat und Nitrit Endprodukte des Eiweißstoffwechsels. Sie gelangen in ländlichen Gebieten vor allem durch Düngemittel, aber auch Jauche in Boden und Wasser. Freier Ammoniak bildet sich in Abhängigkeit von Wassertemperatur und dem bereits besprochenen pH-Wert aus Ammonium und ist ein Zellgift, das heißt, er schädigt das Zellgewebe der Lebewesen. So wandeln sich z.B. bei 17°C und einem pH von 10 bereits 78% des enthaltenen Ammoniums in Ammoniak um. Allgemein gilt: Je höher Wassertemperatur und pH-Wert sind, umso schneller erreicht der Ammoniakgehalt die für Fische tödliche Dosis.

Für Forellen tritt bereits bei einem Gehalt von weniger als 1 mg Ammoniak pro l Wasser tödliche Gefahr auf! Und Ammoniak schädigt auch uns, daher darf in unserem Trinkwasser kein Ammonium enthalten sein, aus dem sich Ammoniak bilden könnte.

Nitrat und Nitrit.

Nitrat und Nitrit sind ineinander umwandelbar und werden teilweise in Nitrosamine abgebaut, die zu den „cancerogenen“, also krebsfördernden und krebserzeugenden Substanzen gezählt werden. Man sollte daher möglichst wenig Nitrat und noch weniger Nitrit zu sich nehmen.

In Trinkwasser und in Fischwässern sollte daher nicht mehr als 50 mg Nitrat pro l Wasser enthalten sein. Nitrit bedeutet für Fische bereits ab einer Konzentration von 1 mg pro l Wasser Gefahr, während im Trinkwasser gar kein Nitrit enthalten sein darf.

Gesamthärte und Carbonathärte.

Die Wasserhärte wird in den deutschsprachigen Ländern meist in °d („Deutschen Graden“) angegeben, die internationale wissenschaftliche Einheit mmol/l (millimol pro liter) hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch noch nicht durchgesetzt. Während die Gesamthärte die Summe der Konzentrationen aller enthaltenen Calcium-, Magnesium-, Strontium- und Bariumverbindungen angibt, enspricht die Carbonathärte nur dem Anteil, der als Salz der Kohlensäure vorliegt. Die Härte des Wassers hängt weitgehend von dem Boden ab, dem es entspringt. So stammt sehr hartes Wasser sehr oft aus Kalkböden.

Die Wasserhärte hat in unseren Haushalten Auswirkungen auf Geräte wie Geschirrspüler, Waschmaschinen und Kaffemaschinen. Wir verwenden daher "Salz", das die Inhaltsstoffe des Wassers binden soll oder Entkalker, der die Ablagerungen wieder lösen soll.

Für Fischgewässer kann der aus der Wasserhärte abgeleitete Wert für das sogenannte Säurebindungsvermögen eine Aussage über die Fruchtbarkeit ermöglichen.

Sauerstoff und Sauerstoffzehrung.

Sauerstoff ist die Grundlage jeder normalen Lebensform in natürlichen Wässern. Er gelangt aus der Umgebungsluft, in größerer Menge jedoch durch die grünen Wasserpflanzen ins Wasser. Seine Menge im Wasser ist daher einmal abhängig von der Fließgeschwindigkeit, aber noch viel mehr von der Tageszeit. Die „Sauerstoffsättigung“ des Wassers bedeutet die größtmögliche Menge an Sauerstoff, die das Wasser lösen kann. Sie sinkt mit steigender Temperatur, wie bei allen Gasen, man denke nur an Mineralwasser oder Coca Cola, das in der Sonne steht. Ergebnis: Es schmeckt fad, weil die Kohlensäure in Form von Kohlenstoffdioxid entweicht.

Die „Sauerstoffzehrung“ ist die Differenz im Sauerstoffgehalt zweier Messungen im Abstand von zwei bzw. fünf Tagen. Ihr Grund liegt in der organischen Verunreinigung eines Wassers, also durch Bakterien oder andere Mikroorganismen.

Soll ein Wasser als Fischgewässer geeignet sein, so muss es einen bestimmten Mindestgehalt an Sauerstoff (etwa 6-8 mg/l), ein möglichst geringes Sauerstoffdefizit (Differenzbetrag zwischen Sauerstoffsättigung und tatsächlich enthaltenem Sauerstoff) und eine geringe Sauerstoffzehrung bedingt durch geringe organische Verunreinigung aufweisen.

 Fundraising für den Tierschutz

Anders gesagt: wir sammeln Geld zur Unterstützung von Tierschutzaktivitäten.

Im Schuljahr 2002/2003 haben wir durch Aktivitäten wie Kaffee- und Kuchenverkauf am Tag der Offenen Tür und am Elternsprechtag sowie den Verkauf von Keksen und Mehlspeisen in der Adventzeit und einen Ostermarkt insgesamt Spenden in der Höhe von 500 Euro gesammelt. Wir haben damit das Streunerhundeprojekt Rumänien sowie den Bärenpark der VIER PFOTEN und den Tierschutzverein St.Michael im südlichen Burgenland unterstützt.

Das Streunerhundeprojekt Rumänien zeigt, dass es nicht nötig ist, herrenlose Hund zu töten, wenn man ihre Vermehrung durch Kastrationen im großen Ausmaß verhindert. In einem Autobus, der zu einer fahrenden Tierklinik umgebaut wurde, werden die Tiere untersucht, kastriert, wenn nötig noch einige Zeit medizinisch betreut und dann mit einem Halsband gekennzeichnet, wieder an ihren ursprünglichen Platz gebracht. Diese Aktionen sind mit den rumänischen Behörden abgesprochen, die Hunde können weiterleben.

Weiterleben können auch die Braunbären im Bärenpark in Arbesbach im Waldviertel. Angeschafft, um mit ihnen Geld zu verdienen, waren sie ihren Besitzern irgendwann nicht mehr nützlich. Die einen dienten als Touristenattraktion bei einer Bergstation eines Skilifts in Niederösterreich, die anderen waren Zirkusbären. Das Skigebiet wurde aufgelassen, der Zirkus machte immer weniger Gewinn. Einerseits ist es ein Glück, wenn immer mehr Menschen das Leid der Zirkustiere erkennen und derartige Vorstellungen nicht mehr besuchen. Andererseits bleiben die Tiere auf jeden Fall auf der Strecke. Einige von ihnen halten aber jetzt in einem bärengerechten Zuhause in den Höhlen des Bärenparks ihren Winterschlaf.

Tierschutz im Burgenland – ein eigenes Thema. Die Diskussion um ein dringend notwendiges Tierschutzhaus im südlichen Burgenland ist offensichtlich eine endlose Geschichte wie die Forderung nach einem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz. Der Tierschutzverein St.Michael übernimmt herrenlose Tiere und solche, die von ihren Besitzern nicht mehr gewollt werden, gibt sie vorübergehend auf Pflegeplätze und sucht ein neues Zuhause für sie.

Für das Schuljahr 2003/2004 beginnen die Aktivitäten wieder mit dem Tag der Offenen Tür. Kaffee und Kuchen gibt es wieder bei uns, und es ist sicher nicht die letzte süße Versuchung, die wir in die Schule bringen.

Was wir mit dem gesammelten Geld diesmal machen? Es gibt soviele Tiere in Not, man muss sie nur sehen wollen. Eine erste Projektidee haben wir schon. Wir wollen diesmal Mensch und Tier helfen. Wir werden uns bei Tierärzten nach Tierbesitzern mit finanziellen Sorgen erkundigen, die wir mit Futterspenden oder der Bezahlung von Medikamenten für ihre Vierbeiner unterstützen wollen.

An Ideen mangelt es uns nicht! Helfer und Mitarbeiter sind jederzeit willkommen.