Ein EM-Finale der anderen Art

 

BG/BRG/BORG Eisenstadt – HAS; Dienstag, früher Nachmittag; Einige Österreicher essen zu Mittag, andere fahren tanken und wieder andere spielen Fußball.
Und weil dieser Sport schon Länder verbunden hat (z.B. Österreich-Ungarn, oder eben das aktuelle Beispiel der derzeit stattfindenden EM), haben die Schüler dieser beiden Schulen beschlossen, mit einem Match ein gemeinsames Projekt zu initiieren.
In Zukunft wollen die Turnlehrer Prof. Fritz Kern und Prof. Fumitsch von der HAS sooft wie nur möglich  Fußballspiele zwischen den beiden von ihnen unterrichteten Klassen veranstalten.
Bei solch einem Match durften natürlich auch Fans nicht fehlen, die zahlreich auch erschienen waren. Sie bekamen auch etwas  - neben der Möglichkeit, sich an den muskulösen Spielerkörpern zu erfreuen - geboten, denn es fielen sechs Tore unter der heißen pannonischen Sonne an diesem Dienstag, als diese Mannschaften auf dem Fußballfeld des BG/BRG/BORG Eisenstadt aufeinander trafen. Nur wie kam es dazu?
Ausschlaggebend waren die Schüler der 6ab von unserer Schule und die der HAS. Beide trafen sich schon am vorhergegangen Dienstag und spielten ganz freundschaftlich gegeneinander im Eisenstädter Parkbad©. Dort wurde ihr Spiel von zwei verzweifelnden Hausfrauen, eine davon schwanger, gestört und letztlich von dem Bademeister, der nichts anderes im  Kopf hatte als uns, beendet.
Aufgrund dessen und mit der neu gewonnen Erkenntnis, das Frauen hinterhältig und grausam sein können, beschlossen die Turnlehrer dieser beiden Klassen, in Zukunft auf den Fußballplätzen der beiden Schulen Matches zu veranstalten.

Das Spielgeschehen

Das Gymnasium Kurzwiese wurde von dem Startrainer Tobias Scheidl eingestellt, der schon mit Jose Mourinho, Ex-Trainer von Chelsea London, zusammengearbeitet hatte. Die ersten 45 Minuten begannen mit viel Tempo auf beiden Seiten. Es war ein offener Schlagabtausch, wobei man wohl die Offensiven hervor streichen sollte.
Nach zehn Minuten gab es auch schon die erste Schrecksekunde für die Gegner: Nach einem gelungenem Pass in die Tiefe konnte Andreas Brandl nur noch vom Tormann der HAS gestoppt werden, und das, nachdem der Ball bei ihm schon vorbei war. Der Spieler ging zu Boden, der Schiedsrichter zeigte gerechterweise auf den Elfmeterpunkt.
Nun lag alles an Paul Hahnenkamp, der der Elfmeterschütze unserer Schulmannschaft war. Mit einem präzisen Schuss ins rechte Eck versetzte er die Fans in Jubelstimmung. Es stand 1:0. „Es war ein Schuss wie aus dem Bilderbuch, genau ins Eck. Jeder Mitspieler wünscht sich wohl so einen sicheren Elfmeterschützen im Team“, meinte Arnold Reichl über seinen Teamkollegen und über das erste Tor.
Aber die Gegner steckten diesen Rückstand schneller weg als erwartet und überraschten die heimische Abwehr. Ein gegnerischer Stürmer netzte aus einem spitzen Winkel den Ball noch ein. Der Tormann des Gymnasiums Kurzwiese, David Tritremmel, war chancenlos. Insgesamt machte er ein sehr gutes Spiel, er war ein wichtiger Rückhalt für die ganze Mannschaft und glänzte besonders in der zweiten Halbzeit mit tollen Paraden. Aber dazu später mehr.

Die Mannschaften begannen also wieder bei null. Als Zuseher musste man aber den Spielern der Kurzwiese klare Vorteile einräumen. Durch gefährliche Pässe in die Tiefe kamen die Heimischen immer wieder vors gegnerische Tor, währenddessen auf der anderen Seite beim Sechzehner Endstation war. Dem Spielverlauf entsprechend gingen die Gymnasiasten erneut in Führung. Michael Wlaschitz traf nach einem Geplänkel im gegnerischen Strafraum mit seinem schwächeren Fuß (!) zum 2:1. Es war ein flacher Schuss ins kurze Eck.
Aber als bestünde eine ewige Serie, gelang den Spielern aus der HAS kurz darauf mit einer sehr schön herausgespielten Aktion der neuerliche Ausgleich:
Der Gegner kam über die linke Seite und die Flanke wurde dann perfekt von einem anderen gegnerischen Stürmer verwertet.
Nach dem 2:2 schien die Luft bei den Gymnasiasten weg zu sein, da sich diese nun auf das Verteidigen konzentrierten. Die Gäste wurden immer stärker und kamen noch zu guten Chancen, die sie aber nicht verwerteten. Einige Minuten vor der Pause nahmen sich die Heimischen aber doch nochmal ein Herz und spielten die wohl herrlichste Aktion im ganzen Spiel heraus: Nach einem Zweikampf gelangte Michael Wlaschitz, Torschütze des 2:1, an den Ball. Nach einem Antritt spielte er den Ball für Paul Hahnenkamp in die Tiefe. Das Timing war perfekt, der Pass und auch der Lauf zum Ball passten hervorragend. Nun entstand folgende Situation: Paul Hahnenkamp, der sich soeben im Laufduell gegen den gegnerischen Libero durchgesetzt hatte, lief geradeaus auf den Tormann zu, der sehr früh herausgekommen war. Mit einem gefühlvollen ,,Schupfer´´ überhob er den Tormann und schoss das Gymnasium mit einem 3:2 in die Pause. Die Fans schienen außer Häuschen und die Spieler gingen in ihre wohlverdiente Pause, um sich zu erholen, aber auch um taktische Varianten für die zweite Halbzeit zu besprechen.

Die zweite Halbzeit

Nach einer kurzen Erholung gingen die Spieler wieder aufs Feld. Trainer Tobias Scheidl vertraute weiterhin auf die Stammelf und wechselte keine Spieler ein, doch verlegte sich die Heimmannschaft durch die konditionelle Schwäche mehr auf das Verteidigen und Kontern. Durch die Führung absolut motiviert begann die zweite Hälfte. Doch dieser Spielabschnitt begann nicht so rosig. Nach mehreren Torchancen schafften es der Tormann und die Verteidiger des Gymnasiums meist erst in letzter Sekunde, ein Tor zu verhindern. Ein hervorzuhebender Retter war wohl Julian Schmall, der immer wieder auf der rechten Seite den Gegnern zuvorkam. Auf der linken galt das gleiche für Arnold Reichl. Währenddessen kam der Angriff unserer Schule zum Stillstand. Andreas Brandl, der Mittelstürmer, konnte keine Torchancen mehr herausholen, da er einerseits gezwungen war, immer wieder im defensiven Mittelfeld auszuhelfen und andererseits aufgrund der unglaublichen Hitze schon Ermüdungserscheinungen zeigte. So wurde das Gymnasium immer weiter zurückgedrängt und die HAS gewann die Überhand. Es kam so, wie es kommen musste: Nach einem Pass bis vor die mittlere Strafraumgrenze unterliefen der Innenverteidigung mehrere Eigenfehler und nach einem großen „Herumgestochere“, wie der Trainer später übellaunig meinte, schoss die HAS das 3:3.

Danach flaute das Spiel merklich ab, doch über die Seiten, meistens über Vorstöße von Paul Hahnenkamp oder auch über Co-Produktionen von Klemens Kummer und Dominik Prieler, kam man auch in die Hälfte der HASler. Dennoch reichte es nicht zu einem entscheidenden Tor, sodass die Partie mit einem Remis endete. Erschöpft aber zufrieden jubelte die Mannschaft dann noch mit den euphorischen Fans über das hart erkämpfte Ergebnis.
Nach dem Match kam es bei der Pressekonferenz zu einem Interview mit dem Trainer, der mit der Aufstellung ein wahres Goldhändchen bewiesen hatte.
Er meinte: „Ich bin mit der Leistung der Mannschaft über weite Strecken zufrieden. Jedoch zeigte die Mannschaft speziell in der Defensive eine durchwachsene Leistung. Auch die Ausdauer ließ an manchen Stellen zu wünschen übrig. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden, da das Team die taktischen Vorgaben exzellent erfüllte und Herz bewiesen hat.“

Paul Hahnenkamp, Dominik Prieler und Arnold Reichl