Panini Sammelsticker

Thierry Henry, Luca Toni und Christiano Ronaldo- alle Stars der EM kann man jetzt auch zu Hause haben. Aber wir sprechen nicht von Menschenentführung, sondern von Panini-Sammelstickern.

Panini ist eine italienische Firma, die sich seit 1945 als Sammelsticker-Hersteller profiliert. Nach dem Wiederaufbau sehnte sich die Gesellschaft immer mehr nach Luxusgütern. Ihren größten Umsatz machte die Firma in den letzten Jahren in der Schweiz. Dort verkauften sie über 18 Millionen Pickerl in dem EM-Jahr 2004. Die heurige Prognose sieht noch freundlicher aus, da in der Schweiz und auch in Österreich Fans hinzugekommen sind. Der Kaufwahn findet kein Ende und gerade deshalb wurde auch für die Schweiz ein Sonderheft herausgebracht, durch das in Folge eine Sonderauflage editiert wurde.

Aber ich will sie nicht mit Fakten über die Historie dieser Firma langweilen, nein, ich will auch den psychologischen Aspekt des Sammelns näher beleuchten. Generell wird das Sammeln in unserer Gesellschaft als Hobby angesehen. Aber was veranlasst die Menschen zu diesem Phänomen?
Natürlich kann man bei den meisten Leuten sagen, dass sie im Fall Panini Stickers einfach fußballinteressiert sind und dass das zur Heim EM dazugehört. Aber das wäre wohl nur eine oberflächliche Betrachtung. Auch wenn es weit hergeholt scheint, im heutigen Sammeln verbirgt sich noch ein Urinstinkt des Jägers und Sammlers. Nicht dass dieses Hobby überlebenswichtig ist, aber das Sammeln veranlasst uns auch dazu einzelne Stücke zu jagen.
Neben der Freizeitbeschäftigung entspannt das Sammeln auch und bildet wie bei unseren Panini Pickerln in Stadien- und Spielerkunde uns weiter.
Außerdem knüpft man soziale Kontakte, wenn man untereinander tauscht. Für einsame Menschen kann durch eine angesehene Pickerlsammlung der Platz in der Gesellschaft gestärkt und auch verbessert werden.
Dem Sammeln kann auch eine unterbewusste Angst vor Mangel zugrunde liegen, die mit eben diesem kompensiert werden kann.

Nun zurück zu unseren Stickern:
In einer Packung befinden sich stets fünf Kleberbilder mit verschiedenen Motiven.
Durch Bilder der Stars und der Österreicher wird unter der Bevölkerung schon eine gewisse Vorfreude ausgelöst. Ob die Sticker alleine die schon lang erwartete >>Europhorie<< auslösen kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen


Zum Abschluss ein Appell an die Herausgeber der Pickerl: Wir finden es für unzumutbar, dass die Packungen um 10 Cent erhöht wurden. Wenn man das genau betrachtet, ist der Preis um ein Fünftel gestiegen. Und wenn man dann noch Bilder von Sanel K*lic bekommt, sollte man direkt Geld zurückverlangen.

Attention: Die Sticker machen süchtig und man kann leicht viel Geld ausgeben. Aber die starken Mannen der Schülerzeitung helfen Ihnen: Wir verwalten mit viel Vergnügen und Engagement ihre Finanzen und sind über jegliche Art von Pickerlspenden erfreut. Sie wissen ja, wo wir zu finden sind.

Paul Hahnenkamp