FILMKRITIK zu „Die Fälscher“

Der Film zum gleichnamigen Buch „Die Fälscher“ handelt von dem ehemaligen Fälscherkönig Salomon Sorowitsch. Jener wird wegen seiner kriminellen Handlungen in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht, wo er an der „Aktion Bernhard“ teilnehmen muss. Diese fälscht zuerst den englischen Pfund, wird später jedoch dazu gezwungen den Dollar nachzumachen. Somit wird der Krieg für die Nazis finanziert.
In der Fälschergruppe befindet sich auch der Drucker Adolf Burger, welcher sich gegen die Hitler-Diktatur stellen und Sorowitsch immer wieder zur Sabotage überreden möchte. Er vertritt als Einziger die Meinung, dass es besser wäre selbst zu sterben als das Sterben tausender Anderer zu finanzieren.
Am Ende der Geschichte flüchten die Soldaten und die Gruppe der Fälscher, welcher es während der Gefangenschaft recht gut erging, wird zum ersten Mal mit dem unglaublichen Leid der anderen KZ-Insassen konfrontiert.

Der Film beginnt und endet mit einer Szene, in welcher sich der Protagonist in Monte Carlo befindet. Somit ist von Beginn an klar, dass jener die Handlung überleben würde. Wie bei einem „James Bond“ - Film geht es nicht darum, ob die Hauptfigur überlebt, sondern wie.

Bei den filmischen Mitteln fällt auf, dass einige „Regeln der Filmemacher“ gebrochen wurden. Eine davon war zum Beispiel der so genannte „Achsenbruch“ (zuerst Frontalansicht einer Person und gleich darauf Rückenansicht). Jenen solle man vermeiden, da der Zuseher dadurch die Orientierung verliere. Hier wurde dieses Mittel absichtlich verwendet, damit sich das Publikum besser in die Lage der Hauptpersonen versetzen kann. Um diesen Effekt zu verstärken, wurden weiters fast ausschließlich Handkameras verwendet und auch oft und gerne Bilder verwackelt.
Auch auf den in Hollywood-Filmen oft verwendeten Rundblick vor jeder Szene, der ermöglicht sich als Zuseher ein Bild der Lage zu machen, wurde komplett verzichtet.

Ich persönlich bin der Meinung, dass der Film den Oscar definitiv verdient hat, weiß jedoch nicht, ob er wirklich der beste aller ausländischen Filme war, da ich keinen der anderen nominierten Filme gesehen habe. Ich finde vor allem sehr beeindruckend, wie gut man sich als Zuseher in den Film hineinversetzen kann. Es kommt einem fast vor, als stünde man direkt daneben.

(Christian Erber, 6B)

MEINUNGEN zum Film

Der Film stellt den inneren Konflikt zwischen Anpassung (um zu überleben) und Verweigerung (um letztendlich für seine Ideale zu sterben) gut dar. Dieser weitgehende Kontrast bietet den Zuschauern viel Raum sich mit einem Charakter aus dem Film zu identifizieren und die Handlung "hautnah" mitzuerleben.
Meiner Meinung nach hat der Film den Oscar verdient, da "Die Fälscher" einer der wenigen österreichischen Filme ist, die ein hervorragendes Schauspieler-Ensemble aufweisen können.

(Varga Christoph, 6B)

Der Film weist interessante und unübliche filmische Mittel auf. Dem Publikum werden sämtliche Szenen aus der Perspektive der Häftlinge „über die Schulter“ vermittelt. Die Kamera ist absichtlich wackelig geführt. Allgemein ist der Film an sich recht eigenartig.

Dieser Film hat aufgrund der Professionalität seiner Ausführung, dem Können der Darsteller und seiner Story eindeutig einen Oscar verdient, daran besteht kein Zweifel.

(Tomislav Petricevic, 6B)


Filmtechnisch betrachtet, ist dieser Spielfilm aus einer dokumentarischen Perspektive gedreht. Das heißt, dass man oft aus der Sicht des Protagonisten die Handlung mitverfolgt und dass das Verwackeln der Kamera beabsichtigt ist. Außerdem werden Ereignisse oft nur angedeutet, wodurch der Zuschauer noch mehr von der Story gebannt ist. Die stilistischen Mittel der Rückblende und des Zeitsprungs, die der Regisseur Stefan Ruzowitzky verwendet, fordern auch eine hohe Aufmerksamkeit vom Publikum.
Eben diese gewagte Kameraführung und die packende Handlung machen neben den allgemeinen Nominierungskriterien den Oscarerfolg des Filmes aus.
Dem Betrachter, und so auch mir, eröffnet er den Blickwinkel auf ein spezielles Thema zu einer umstrittenen Zeit, über das man in der Gesellschaft sonst gar nichts erfährt. Nur durch solche Erfolge können doch relevante Details einer Epoche nicht in Vergessenheit geraten.

(Arnold Reichl, 6B)