Um die Korrektur der Abiturarbeiten in Nordhein-Westfalen zu vereinfachen,
wurden die Aufgaben für das Mathematikabitur vom Kultusministerium ausgehändigt.
Eine dieser Aufgaben lautete, die Maße eines Oktaeders, eines regelmäßigen, aus
acht gleich großen Dreiecken bestehenden Körpers, zu berechnen, der sich im
Inneren eines Würfels befand.
Zahlreiche Schüler konnten sich unter dieser Aufgabenstellung nichts vorstellen
und scheiterten teils kläglich.
Man vermutet, dass die Website spickmich.de Anlass zu einer erhöhten Schwierigkeit
der Beispiele gab.
Ein Mathematikprofessor gab Anlass zu Protest, da seiner Meinung nach dieses
Oktaederbeispiel, ohne dass zusätzliche Angaben gegeben wären, nicht vollständig
lösbar wäre bzw. man kein eindeutiges Ergebnis errechnen könne.
Die Schulministerin Barbara Sommer der CDU verlangte von jedem, der mit seiner
Note nicht zufrieden wäre, dass derjenige ein gewöhnliches Verfahren zum Widerspruch
benutze.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers der CDU beobachtete das Treiben einige Zeit
lang, ehe er sich selbst einmischte.
Er beschloss, dass jeder Schüler, dem das Oktaeder-Beispiel zum Verhängnis geworden
war, seine Arbeit noch einmal schreiben durfte.
Davon waren immerhin 1900 Schüler betroffen.
Passenderweise war der Termin für diese Wiederholung gewählt worden, als die
Abiturfeiern bereits stattgefunden hatten.
In Berlin müssen zudem 28000 Schüler der 10. Klasse ihre Mathematikprüfungen
noch einmal bestreiten, da man vorab bereits einzelne Rechenaufgaben für einen
Betrag zwischen einigen bis hinauf zu 50 Euro kaufen konnte.
Ein Mathematiklehrer des Gymnasiums in Bad Honnef meinte, dass diese Schwierigkeiten
mit dem Oktaederbeispiel erst gar nicht aufgetreten wären, würden Lehrer aus
einem Prüfungskatalog einzelne Aufgaben für ihre Schüler auswählen können
Außerdem hätte man seiner Meinung nach die Oktaederrechnung einfach aus der
Endbewertung herausnehmen können.
Peter Leeb