Spinnen in der Medizin
Unglaublich und trotzdem wahr: In der medizinischen Hochschule Hannover
krabbeln ungefähr drei Dutzend dieser meist nicht auf
Sympathie treffenden Tierchen herum, um der Medizin zu helfen.
Besonders interessiert man sich für die Spinnenseide. Sie sollen
helfen, bei Unfällen abgetrennte Nervenbahnen wieder zusammenwachsen
zu lassen. Denn wenn die Enden der Nerven zu weit voneinander
entfernt sind, wissen sie nicht mehr, in welche Richtung sie
wachsen sollen und es entstehen sogenannte narbenartige Neurome.
Heute verwenden Ärzte meist Transplantate aus dem Körper des
Opfers, um die Nervenbahnen wieder zu verbinden. Doch dies birgt Risiken.
Meist werden die Transplantate nicht richtig angenommen und die
Stelle, bei der man das Nervenstück herausgenommen hat, bleibt
meist gefühllos. Vor vier Jahren kam Christina Allmeling auf diese Idee.
Sie experimentierte mit gewöhnlichem Nahtmaterial, doch das brachte keinen
Erfolg. Da kam ihr der Einfall mit der Spinnenseide, und es funktionierte.
Schon in den nächsten zwei Jahren können Patienten von dieser Entdeckung
profitieren. Es ist jedoch nichts für an Spinnenphobie leidende Menschen.
Aus: Süddeutsche Zeitung
Von: Bogensberger Ruby
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