Wer wird es?
Mann oder Frau, schwarz oder weiß? Die Rivalen bei den Demokraten, Hillary
Clinton und Barack Obama.
Am Tag vor den Wahlen in New Hampshire entpuppt sich Hillary Clinton als
Mensch wie du und ich: Sie ließ vor der Kamera die Tränen fließen. Ob die
Wandlung eine echte ist, tut nichts zur Sache. Entscheidend ist, dass die
Wähler sie ihr abgenommen haben.
Als die Wahllokale am Dienstagabend schlossen und die Ergebnisse
so langsam bekannt wurden, wich die Enttäuschung der Freude, denn Clinton
hat Barack Obama besiegt! 41 Prozent wurden Barack Obama zugeschrieben, nur
29 Prozent Hillary Clinton.
So schnell hatte sich alles geändert. Die Vorwahl von Iowa schien
alle Konzepte und Strategien Clintons durcheinanderzubringen. Der Weg zum
Weißen Haus sollte ein leichter Spaziergang werden. In den nationalen Erhebungen
führte sie sowieso, doch die Umfragen hatten sie in Iowa und New Hampshire
über viele Monate bis zu zwanzig Prozentpunkte vor Obama gesehen. Ihr Vorsprung
schmolz, aber bis zum Schluss hieß sie weiter "die Unvermeidliche",
weil ihr Sieg so sicher schien.
Hillary ist ein Machtmensch von unbändigem Ehrgeiz. Sie hat mit
ihrem Mann den besten Wahlkämpfer aller Zeiten an ihrer Seite und 100 Millionen
Dollar in der Kriegskasse.
Doch plötzlich gewann Barack Obama Iowa mit großem Abstand. Tausende
Menschen strömten zu seinen Auftritten, unter ihnen viele, die sich bislang
noch nie an einer Vorwahl beteiligt hatten, weil sie entweder zu jung oder
erst gar nicht an Politik interessiert waren. Obama überredet seine Zuhörer
mit seiner Botschaft, dass er Amerika nach Jahrzehnten äußerer und innerer
Kriege wieder aufrichten und "change and hope" ins Weiße Haus tragen
wolle.
Entschieden wird es erst in vier Wochen sein, am "Super-Tuesday",
wenn 22 Staaten über die Hälfte der Delegierten für den Nominierungskonvent
bestimmen.
Victoria Dlugopolski
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