Die CES und ihre Verlockungen!
Wenn Las Vegas ruft, gibt es kein Halten! Die CES, die weltgrößte Messe
der neuesten Unterhaltungselektronik, bleibt ein Magnet. Auch wenn sie mittlerweile
40 Jahre auf den Buckel hat.
Im Jahre 1968 sah es im Vergleich zu heute noch mehr als unschuldig
aus. Die Fernseher waren groß, die Technik durchschaubar und das Wohnzimmer
war rund um die Geräte angeordnet. Gute analoge Zeit!
Heute bedeutet CES nichts anderes als digitales Leben - das vollkommen
vernetzte Haus! In jedem Raum ein Fernseher oder ein Touchscreen, mindestens.
Warum nicht so ein Haus in die Realität umsetzen, dachten sich die CES-Aussteller
und prompt geschah es. Alle Geräte des Hauses sind per Wireless-Lan miteinander
verknüpft und auf Basis des WSD (Webservices of devices) miteinander vernetzt.
Rollos, Trockner, Geschirrspüler und das Medien-Center, also in den Haushalten
der normalen Sterblichen meistens der Fernseher, sind von jedem Bildschirm
aus steuerbar. Für nur 15.000$ ist eben eine solche Komplettvernetzung eines
Hauses ab Frühjahr 2008 in den USA erhältlich.
Für die, die noch nicht soweit sind und denen das dann doch zuviel
Technik ist, für die steht das digitale Wohnzimmer im Zentrum der CES.
Wieder sollen die Bildschirme noch besser in diesem Jahr als
im letzten sein. Volles HD soll geliefert werden und größer sind sie auch,
denn so sind wir es ja gewöhnt.
Die Hersteller überbieten sich! LG präsentiert einen 102 Zoll
Plasmabildschirm, mit satten sechs Zoll mehr kann Sharp beeindrucken und
führt somit das Rennen unter den Großbildschirmen an. Nur wie lang?
Doch das eigentliche Highlight der CES sind Sonys organische
Monitore. Die Technik, die man als OLED TV bezeichnet, ist nicht ganz neu,
aber dennoch erfreute sie sich besonderer Aufmerksamkeit. OLED steht für
organisch selbst leuchtende Dioden. Erstmals stellt Sony aber zwei größere
Bildschirme(11 bzw. 27 Zoll) mit dieser Technik zur Schau. Ob und wann diese
Bildschirme auf den Markt kommen, ist aber noch ein Geheimnis.
Ein Herz für Gamer beweist Texas Instruments mit ihren Studien
für Gameprojektoren. Der Projektor ist im Taschenformat gehalten, sodass
er überall hin transportiert werden kann und der Gebrauch jederzeit möglich
ist.
Für all die schönen Bildschirme in vollem HD muss auch der richtige
Inhalt her.
Hochauflösende DVDs gibt es immer noch in zwei Formaten. Einerseits
in Blue-ray und andererseits HD-DVD. Um die Verwirrung beim Konsumenten zu
lösen, hat Warner Bros. bei der CES bekannt gegeben, dass es ihre Filme in
Zukunft in beiden Formaten auf den Markt bringen will.
LG begegnet dem Problem mit dem ersten Player, der beide Formate
abspielen kann - einer für alles zum Preis von 1200$. Und weil das Nebeneinander
auch so gut klappt, hat LG einen solchen Player auch gleich für das PC-Laufwerk
präsentiert. Es liest ebenfalls beide Formate und es schreibt zusätzlich
CDs in Blue-ray.
Bei so viel Technik gibt es unweigerlich auch viele Kabel. Deshalb
haben die Aussteller der CES auch dem Kabelsalat den Kampf angesagt. Sender,
die per Radiofrequenz ein hoch auflösendes Videosignal vom Sender zum Fernseher
schicken, ersparen ein Kabel, aber
keineswegs die Ausgabe von 400$.
Schließlich und endlich eine kleine Sensation, die schon fasst
alltäglich wirkt: Hitachi beglückt den Markt mit der ersten Terabyte-Festplatte
für den Hausgebrauch und das für nur 400$.
Willkommen im Jahr 2008!
Arnold Reichl und Klemens Kummer
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