Kitz ist Kult. Paul Hahnenkamp, Dominik Prieler
60 Skifahrer, Zehntausende von Fans, die ihre Favoriten live verfolgen
und über eine Million von Fernseherzuschauern. Es ist kein gewöhnliches Rennen.
Es ist einfach Kitzbühel.
Die besten Skifahrer und die High Societe treffen einander an
einem Wochenende und liefern Topleistungen ab oder feiern einfach nur.
Promis über Promis
Die Breite von Stars ist unvorstellbar: von Weltstars wie Bryan Adams oder
Paris Hilton bis zu den bekanntesten Leuten aus der heimischen Politik und
Wirtschaft.
Und für die Stars wird auch einiges geboten:
Jeden Tag ein anderes Event, nach dem Super-G gastieren die Promis
beim legendären „Stanglwirten“, am Samstag nach der Königsdisziplin, der
Abfahrt, am Hahnenkamm bei der Audionight im Hotel Tenne. Die Vorfreude ist
riesig, denn im letzten Jahr musste die Fis, der internationale Skiverband,
die Speedbewerbe und auch Publikumsmagnete Abfahrt und Super G wegen Schneemangels
absagen.
Aber auch wenn noch so viele Berühmtheiten in Kitzbühel feiern,
man darf die Hauptveranstaltungen nicht außer Acht lassen. Und speziell in
diesem Jahr scheint es einen ganze großen Favoriten zu geben, der aus dem
Nichts zurückgekommene Bode Miller, der in den letzten zwei Weltcup-Rennen
den restlichen Skizirkus bis auf seinen härtesten Konkurrenten Didier Cuche
deklassierte. Aber auch die Österreicher haben noch ein Wort mitzureden,
denn mit den Fans im Rücken ist mit allem zu rechnen.
Zuerst zur Streif.
Die Rennstrecke
Nach dem Start geht es bei der Streif sofort in den gefürchtetsten Steilhang
des Weltcupzirkus. Nach einer Rechtskurve geht es nämlich über einen Sprung
in die „Mausefalle“. Diese weist ein Gefälle von 85% auf und führt in einer
langgezogenen Linkskurve zur „Nadelöhrkurve“, einer weiteren Schwierigkeit
im Rennen. Danach geht es über ein langes Schussstück zur „alten Schneise“
wo von links die Super-G Strecke in die der Abfahrt mündet. Danach geht es
über zwei Sprünge zur Seidlalm (auf der Hansi Hinterseer aufgewachsen ist).
Von dort geht es über ein weiteres Gleitstück in Richtung Hausberg. Von der
Hausbergkante, die jedes Jahr mit einem Red-Bull-Bogen geschmückt ist, geht
es mit einem bis zu 80 Meter langen Sprung in die Traverse. Bei diesem überaus
körperlich belastenden Teilstück werden die letzten Kräfte des Fahrers aufgebraucht.
Nach ihr geht es in die Zielgerade. Bei Spitzengeschwindigkeiten von bis
zu 158 km/h (2005) kommt man in die Kompression, die mit dem Endsprung verbunden
ist. Bei diesem sorgte Christian Ghedina 2006 für Aufregung, weil er bei
diesem Sprung die Beine weit auseinander riss und später sagte, er wollte
nur Spaß haben. Trotzdem darf man nie vergessen wie gefährlich die Strecke
zu bewältigen ist.
Besonders die diesjährige Brutalität der Streif sorgt für reichlich Diskussion
- auch unter den Skifahrern.
So meint Bode Miller, einer der wenigen Skifahrer, dem der Probelauf
ohne weitere Probleme geglückt ist, dass die Piste „ …eigentlich ein Test
für die absoluten Topabfahrer werden sollte, doch jetzt steht man eigentlich
die ganze Zeit nur quer“.
Die Schwierigkeit der Streif stößt anscheinend nicht nur bei
Miller auf Kritik, sondern auch bei anderen Fahrern. So weiß zum Beispiel
Marco Büchel über die Streif nur so zu urteilen:
„Hier geht es ums nackte Überleben. Es sind viele Wellen drinnen
oder drinnen gelassen worden. Sie haben sich wirklich angestrengt, dass wir
uns anstrengen müssen.“
Die Reaktion der Veranstalter auf diese Aussagen ist wie folgt:
„Miller muss eben wissen, dass es einen deutlichen Kontrast zwischen
der Streif und den anderen Abfahrten gibt. Keine Frage, die Streif ist immer
schwer. Aber absichtlich schlecht präparieren tun wir die Strecke
ganz sicher nicht."
Der Rennleiter will nicht nur die besondere Stellung der Streif
unter den Abfahrten hervorheben, sondern verweist auch auf das
Wetter, wenn die Präparierung der Strecke als zu anspruchsvoll eingestuft
wird: „Der viele Schnee und die Temperaturunterschiede in diesem Winter brachten
mit sich, dass es in den schwierigen Passagen Unebenheiten gibt."
Die Streif ist mehr als nur ein Rennen!
Herren-Salom in Kitzbühel
1. |
Jean-Baptiste Grange
|
FRA
|
1:45,04
|
|
2.
|
Jens Byggmark
|
SWE
|
1:45,19
|
|
3.
|
Mario Matt
|
AUT
|
1:45,56
|
|
4.
|
Julien Lizeroux
|
FRA
|
1:45,71
|
|
5.
|
Rainer Schönfelder
|
AUT
|
1:45,98
|
|
6.
|
Felix Neureuther
|
GER
|
1:46,14
|
|
7.
|
Benjamin Raich
|
AUT
|
1:46,23
|
|
8.
|
Ted Ligety
|
USA
|
1:46,24
|
|
9.
|
Ivica Kostelic
|
CRO
|
1:46,33
|
|
10.
|
Manfred Mölgg
|
ITA
|
1:46,44
|
Herren-Kombination in Kitzbühel
1. |
Bode Miller
|
USA
|
3:39,86
|
|
2.
|
Benjamin Raich
|
AUT
|
+ 0,93
|
|
3.
|
Rainer Schönfelder
|
AUT
|
2,18
|
Herren-Abfahrt in Kitzbühel
1. |
Didier Cuche
|
SUI
|
1:52,75
|
|
2.
|
Mario Scheiber
|
AUT
|
1:53,02
|
|
.
|
Bode Miller
|
USA
|
1:53,02
|
|
4.
|
Michael Walchhofer
|
AUT
|
1:53,03
|
|
5.
|
Hermann Maier
|
AUT
|
1:53,36
|
|
6.
|
Marco Sullivan
|
USA
|
1:53,45
|
|
7.
|
Didier Defago
|
SUI
|
1:53,46
|
|
8.
|
Marco Büchel
|
LIE
|
1:53,55
|
|
9.
|
Erik Guay
|
CAN
|
1:53,89
|
|
10.
|
Peter Fill
|
ITA
|
1:53,90
|
SUPER G
1. BUECHEL Marco LIE 1:15.44
2. MAIER Hermann AUT 1:15.60 +0.16
3. CUCHE Didier SUI 1:15.77 +0.33
SCHEIBER Mario AUT 1:15.77 +0.33
5. KUCERA John CAN 1:15.87 +0.43
6. DIXON Robbie CAN 1:15.93 +0.49
7. RAICH Benjamin AUT 1:16.03 +0.59
8. INNERHOFER Christof ITA 1:16.09 +0.65
9. FILL Peter ITA 1:16.16 +0.72
10. SULLIVAN Marco USA 1:16.17 +0.73
|