Provokation, Parolen und ein Déjà-vu

Die Politik von FPÖ und BZÖ war schon immer fragwürdig. Doch noch nie zuvor hat die FPÖ so offen ihre „wirklichen“ Interessen in der Öffentlichkeit gezeigt, wie in den vergangenen Tagen, da nun der Wahlkampf in Graz zu Ende geht.

Mehr Parolen als Wahlsprüche

Mit „Daham statt Islam“ hat es begonnen. Weiter geht es nun mit regelrechten Hasstiraden gegen den Islam und die Regierung. Die Freiheitlichen nutzen die Unzufriedenheit der Bürger über die Regierung geschickt aus, was ihnen viele Wähler bringt. Erschreckend ist jedoch zu sehen, wie viele Österreicher/Innen sich mit Ausländerfeindlichkeit gewinnen lassen. BZÖ und FPÖ sprechen von „islamischen Einwanderungs-Tsunami über Graz“, „Massenzuwanderung“ und höhnen „Noch darf man ja Grüß Gott und muss nicht Allah ist groß sagen.“ Doch dieses sehr an den Nationalsozialismus erinnernde Denken findet leider in Österreich viel zu viele Anhänger.

Eine Gefahr für Österreich

„Allah war ein Kinderschänder“ und Mohammed hätte den Koran in „epileptischen Anfällen geschrieben“. Man solle den Islam „dort hin zurückzuwerfen, wo er hergekommen ist: Jenseits des Mittelmeeres.“
Mit diesen Worten sorgte Susanne Winter innerhalb und außerhalb der Regierung für Aufregung. Als „vollkommen inakzeptabel“ beschrieben der Bundespräsident Heinz Fischer und der Bundeskanzler Alfred Gusenbauer diese Aussagen.
Doch die Grazer FPÖ-Obfrau weigerte sich das Gesagte zu widerrufen. Sie fühlt sich verpflichtet, ihre verqueren Ansichten mit der Öffentlichkeit zu teilen. Was nicht nur völlig indiskutabel und fasch ist, sondern auch die nationale Sicherheit gefährden könnte.
Man denke nur an die noch nicht so lange vergangen Ereignisse, als in einer Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed aufgetaucht sind. Für den Fehler dieses einen Mannes, der sich im Gegensatz zur lieben FPÖ-Obfrau entschuldigt hatte, mussten Menschen sterben.
Was nun passieren kann, wenn Frau Winter ihre Aussage nicht schnellstens zurückzieht, kann man sich denken. Vor allem die Euro 2008 stellt für Österreich eine Bewährungsprobe dar. Viele befürchten schon jetzt einen Anschlag in einem Fußballstadion.

Die Wahrheit wäre schön

Politik ist nicht bekannt für ihre wahrheitsgemäßen Aussagen. Doch diese Hasstiraden gegen den Islam bedürfen einer Klarstellung. So wird von der FPÖ, im speziellen von Frau Winter behauptet, Allah wäre ein Kinderschänder, was natürlich eine Fehlinformation ist, da das Mädchen, das beschrieben wird, 17 und nicht sechs alt war. Genauso wie dieses lösen sich alle Argumente gegen Ausländer und Islam bei genauerer Betrachtung in Luft auf.
So ist es für jeden, dem es noch nicht bekannt ist, nicht so, dass uns Ausländer den Arbeitsplatz wegnehmen. Sie nehmen diese, für die wir uns zu gut sind.
Menschen machen es sich  einfach und wollen nicht nachdenken. Es gibt Menschen wie H.C. Strache, die, so viel man auch gegen sie sagen kann, viel Charisma besitzen, genau das richtige, um deren Ansichten nachzuplappern. Doch die Leute haben es sich in der Vergangenheit schon viel zu einfach gemacht. Nur weil es die Wahrheit eines charismatischen Menschen ist, muss das noch lange nicht heißen, dass es nicht die falsche Wahrheit ist.

Judith Pallitsch