Neue Mittelschule in Österreich

Was ist die Mittelschule? Nach welchem Vorbild soll das neue Konzept der Bildungsministerin Claudia Schmied funktionieren? Wer wird davon betroffen sein und ab wann?

Das Ziel dieser Neuen Mittelschule ist, dass man „alle“ Schüler zusammenbringt, und trotzdem eine individuelle Förderung ermöglicht. Das heißt: nicht eine Gleichmacherei - und das wird ja oft so von den nicht seriösen Medien, wie wir es nicht sind, transportiert, sondern eine individuelle Förderung, die über das hinausgeht, was derzeit geboten wird. Deshalb finden wir auch nicht nur einen Lehrer pro Klasse vor sondern, raten Sie einmal, genau, zwei. So kann sichergestellt werden, dass sowohl schwächere als auch bessere Schüler je nach Vermögen gefordert und gefördert werden. In diesen Schulen wird auch nicht nur von einer „Sparte“ Lehrer unterrichtet. Die Schüler werden sowohl von Lehrern der Hauptschulen als auch von AHS-Lehrern ausgebildet. Bevor man aber dieses System österreichweit umsetzt, wird erst einmal geprüft, ob es überhaupt das hält, was es verspricht. Hierfür werden in bestimmten Schulen in jedem Bundesland Modellversuche eingerichtet. Diese werden bereits nächstes Jahr gestartet und sollen bis 2014 dauern, da man dann bereits die ersten Ergebnisse vorweisen kann.
Gut, das waren einmal die allgemeinen Informationen, leicht und sehr oberflächlich präsentiert. Nur die Frage, warum nun eigentlich eine solche Mittelschule von Nöten ist, bleibt immer noch offen. Dass genau diese Fragen aber für viele Österreicher wichtig sind, weiß auch das Bundesministerium für Bildung, Kunst und Kultur. Deshalb findet man die folgend Antwort dazu auf der Homepage des genannten Ministeriums:   
„Die jetzt schon bestehende gemeinsame Schule der 6- bis 10-Jährigen ist zu kurz. Die weltweit früheste Trennung von Schülern im Alter von 9,5 Jahren zwischen akademischer AHS- und „praktischer“ Hauptschul-Karriere, hat sich als pädagogisch und gesellschaftlich falsch erwiesen. In diesem Alter sind die Begabungen und Talente der Kinder noch nicht vollständig erkennbar. Daher werden Schüler meist nach den Vorstellungen und Gefühlen der Eltern angemeldet. Durch die frühe Trennung gehen viele Begabungen und Talente verloren, vor allem Kinder aus bildungsfernen Schichten können ihr Potential nicht ausschöpfen. Der Druck, der bei der frühen Trennung auf Schüler, Lehrer und Eltern entsteht, ist enorm und führt häufig zu falschen Bildungswegentscheidungen. Hohe Dropout-Quoten und hohe Nachhilfekosten sind Folgen dieser zu frühen Trennung. Nicht ohne Grund trennen alle anderen Staaten der EU (außer Deutschland) ihre Kinder zu einem späteren Zeitpunkt. Alle wichtigen internationalen und nationalen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte (Studien der OECD, PISA, …) zeigen negative Effekte früher Selektion, und zwar für alle Begabungsspektren.“

Klemens Kummer, Arnold Reichl