Rom -
wo die Welt sich schneller dreht und uns doch aus alter Zeit
erzählt
Alle Wege führen nach Rom, heißt es, und so führte
auch der unsrige Anfang November in Europas Kulturmetropole Nr.
1.
Mit größtmöglichen Erwartungen stiegen wir in den geräumigen
Bus ein, nicht ahnend, dass er uns nach ca. 12 Stunden Fahrt
nicht mehr so geräumig vorkommen würde. Nichtsdestotrotz stiegen wir am nächsten
Morgen, zwar müde, jedoch gut gelaunt vor unserem Hotel „Roma Park“ aus und
die Vorfreude stand uns, irgendwo zwischen den Augenringen und zerzausten
Frisuren, ins Gesicht geschrieben. Doch schon nach der ersten Stunde auf
römischem Boden, wich die Müdigkeit schierer Faszination: Wir hier in der
großen Stadt. Das besondere an Rom, das wurde uns erst nach ein paar Tagen
klar, ist ganz klar die Zeitschere, die es seinen Besuchern öffnet. Die Verknüpfung
von Antike, Renaissance und Moderne ist wahrscheinlich in keiner anderen
Stadt der Welt so deutlich zu sehen wie in Rom. Fantastische Bauwerke, kolossal
und doch wunderschön, teilweise mehr als 2000 Jahre alt. Ich möchte hier
nur das Kolosseum erwähnen, als „Speerspitze“ antiker Baukunst. Auf der anderen
Seite die Kirche. Als treibende Kraft hat sie ebenfalls (natürlich viel später)
gigantisch Bauwerke aus dem Boden gestampft und mit ihrem scheinbar unermesslichen
Vermögen die besten und bekanntesten Maler, Bildhauer und Baumeister finanziert.
Michelangelo, Raphael und Bernini sollten jedem ein Begriff sein. Meisterwerke
wie der Petersdom, die Sixtinische Kapelle und unzählige weitere Kirchen
und Kunstwerke fallen in diese Zeit und verweisen auf die Macht des Vatikans.
Bei all der Pracht darf man nicht vergessen, dass mittlerweile über 2.5 Millionen
Menschen (ohne Großraum) in Rom leben - und das merkt man… Rom polarisiert
viel stärker, als es z.B. Wien jemals könnte, Menschen aller Kulturen und
Klassen treffen hier aufeinander und das Ergebnis ist einzigartig. Leider
schläft auch das Verbrechen nicht und so ist Vorsicht stets geboten, denn
neben klassischen Ganoven ist hier auch die rechtsradikale Seite sehr stark
ausgeprägt, ohne die fantischen Fußballfans zu vergessen. Jeden Abend galt
dann für uns das Sprichwort: Nach dem Vergnügen kommt das Vergnügen. So nutzten
wir die Gelegenheit und wuchsen als Gruppe enger zusammen, lernten uns besser
kennen und wenige von uns versuchten auch sich auftretenden Problemen zu
stellen, was alles andere als leicht war. „Junge Römer tanzen anders…“
Ich
persönlich kann nur sagen, dass ich das Erlebnis Rom nie vergessen
werde, denn schon nach dem 2. Tag nur noch vor Begeisterung durch
die Stadt zu hüpfen, ist meiner Meinung nach ein guter Beweis dafür. Wieder
in Eisenstadt, verfiel ich für kurze Zeit in tiefe Depressionen, einfach
in dem Wissen, dass es vorbei war. Aber dann wurde mir bewusst, dass in meinen
Gedanken Rom nie vorbei sein würde.
Tobias Scheidl
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